„Oberstädter wollen TUS Medebach ärgern“, so war es in der Westfalenpost in der Vorberichterstattung zu lesen. Daraus wurde nichts, allerdings hatte Medebach beim 3:2 auf der Eresburg das Glück auf seiner Seite.

Man merkte der Elf von Spielertrainer Sascha Wachsmann an, dass sie sich einiges vorgenommen hatte. Mit hohem Einsatz und guter Raumaufteilung übernahm man das Kommando. Nachdem sich beide Teams fünfzehn Minuten abgetastet hatten, hatte Wachsmann freistehend vor Florian Niggemeier die Führung auf dem Fuß, der Zerberus blieb aber lange stehen und entschärfte die Situation. Fast im direkten Gegenzug spielte Michi Kuhnhenne einen feinen Pass in die Schnittstelle der Obermarsberger Viererkette, wo sich Andre Ricken durchsetzte und mit dem ersten Medebacher Torschuss zum 0:1 vollstreckte. Nur drei Minuten später spielte Michi Kuhnhenne zwei Gegenspieler aus, Böttcher im SVO-Tor konnte das Leder so gerade noch um den Pfosten lenken. Fortan übernahmen die Hausherren aber deutlich das Kommando, Medebach agierte zu passiv. Obermarsberg war wesentlich präsenter, gewann zahlreiche Zweikämpfe und die meisten der sogenannten „Zweiten Bälle“. Nach einem Freistoß war es Wachsmann, der freistehend per Kopf den Ausgleich erzielte. Nur zehn Minuten später fiel Meyer im Sechzehner ein Abpraller vor die Füße, und der Tabellensechste führte mit 2:1. Medebach wirkte angeschlagen und fand in dieser Phase kaum Mittel, lediglich ein nennenswerter Fernschuss von Jan Vieweger sprang dabei heraus.

Nach dem Wechsel drängte der SVO auf die Entscheidung. Diese hätte durchaus fallen können, beispielsweise durch einen Schuss von Wachsmann an die Querlatte, oder einen Kopfballaufsetzer nach einer Ecke, der noch über das Tor ging. Erst Mitte der zweiten Hälfte kam Medebach wieder etwas besser zum Zuge. Eine Flanke von Michi Kuhnhenne wuchtete Andre Ricken in Torjägermanier per Kopf zum Ausgleich über die Linie. Die Hausherren mussten in dieser Phase ihrem hohen Tempo Tribut zollen. Sechs Minuten vor dem Ende die spielentscheidende Szene: Ein Rückpass auf Torhüter Böttcher versprang auf dem Aschenplatz so unglücklich, dass der Schlussmann am Ball vorbei trat. Andre Ricken schaltete am schnellsten und schob die Kugel zum umjubelten 2:3 in die Maschen. Damit war der Dreierpack für das Geburtstagskind perfekt. Obermarsberg war sichtlich geschockt. Zwar warf man alles nach vorne, am Ende hätte Medebach aber sogar noch zwei weitere Treffer erzielen können, als Viktor Schmidt und der starke Patric Hundertpfund jeweils in 2:1-Überzahl zum Abschluss kamen.

Unter dem Strich hätte man aus Medebacher Sicht sicher bei dem Spielverlauf mit einem Punkt gut leben können. Als Fazit können Sie sich eine der folgenden Weisheiten aussuchen:

„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.“

„Das Glück ist mit den Tüchtigen.“

„Wenn man oben steht, gehen solche Dinger rein.“

Bereits am Freitag spielt man im vorgezogenen Sonntagsspiel zuhause gegen den SV Thülen (19.30). Hier wird man sich steigern müssen, wenn die drei Punkte in Medebach bleiben sollen.

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